Locas in Love sind eine deutsche Band aus Köln. Benannt haben sie sich nach einer Comicserie der Los Bros. Hernandez. Ihre Musik ist keiner bestimmten Stilrichtung zuzuordnen, zeigt aber Einflüsse von Noisefolk, Indie-Rock und auch klassischen Singer-Songwritern. Sie haben ein grandioses und auch überraschendes Album im legendären Glasgower Studio CHEM19 von PAUL SAVAGE produziert (Franz Ferdinand, Arab Strap, Mogwai) und gemischt von Peter Katis (Fanfarlo, Jonssi/Sigur Ros, The National, Interpol...) . Gastfeature von Stuart Braithwaite, dem Chef von MOGWAI. Es heisst, Leming und erscheint am 1.7.2011

Die FAZ schrieb bereits dazu:
Welt, wappne Dich!
Demnächst erscheint mein diesjähriges deutschsprachiges Lieblingsalbum. Ja, das kann man so ruhig mal schreiben. Auch und gerade, weil ich sonst nicht der größte Fan von Jetzt-schon-das-beste-Album-des-Jahres-Verlautbarungen bin. Aber die Tatsache, dass ich mich im vorliegenden Fall doch einmal hinreißen lasse, sagt viel über meine Liebe zu diesem Album aus. Ich bin gar so begeistert, dass ich das gleich das erste Plattenfirmen-Info meines Lebens für die Band verfasst habe. Bin ich damit befangen? Blödsinn, hier geht es um Popmusik, nicht um Wertpapierhandel.
Locas In Love aus Köln veröffentlichen demnächst das Album „Lemming" und es übertrifft tatsächlich alles, was ich mir von dieser Band nach ihrem letzten regulären Werk „Saurus" erwartet habe. Locas In Love - die, wie es der Zufall so will, ihr Studio gleich hier ums Eck haben - sind die Band, der ich (und ich betone an dieser Stelle, dass wir uns bis heute noch nie persönlich getroffen haben!) jederzeit meine Lieblings-Jackets und meine gesamte Sammlung italienischer Filme anvertrauen würde. Deshalb, weil diese Band für mich eine musikalische wie textliche Glaubwürdigkeit verkörpert, die man innerhalb der Konstruktion „Pop" als befremdlich empfinden müsste, wenn sie nicht so cool und dabei doch beseelt daherkäme.
Alles hier wirkt abgerungen, erkämpft, in Schlachten erobert und danach mehrfach auf jeden Zweifel hin abgeprüft - und trotzdem klingt es so wunderbar leicht und selbstverständlich, dass ich mich frage, wann im deutschen Pop (außer bei Erdmöbel) es zuletzt soviel Leben und Liebe zu hören gab. Nein, ich bin nicht pathetisch, Sie sollten mich mal erleben, wenn ich meine pathetischen fünf Minuten habe!
„Über Nacht ist ein ganzer Wald gewachsen (Das Licht am Ende des Tunnels ist ein Zug)" heißt der Auftaktsong- und wie Björn Sonnenberg und Stefanie Schrank diesen zweiten titelspendenden Satz singen - ganz so, als habe man die froheste Botschaft der Welt zu verkünden -, das muss man gehört haben. In den folgenden zehn Songs fallen Sätze wie „Es ist alles wirklich so schlimm wie es scheint" oder „Ich weiß nie, welchen Draht ich durchschneiden soll: den roten oder den blauen...". Und trotzdem haben diese Stücke eine trostspendende Kraft, die ihresgleichen sucht. Auch in der Musik knallt das Zerknirschte immer wieder auf das Euphorische, Donnernde: Velvet Underground spielen hier eins ums andere Mal mit den Flaming Lips zur großen Jetzt-gilt-es-Sause auf. Wirklich: Besser wird es 2011 nicht mehr im deutschsprachigen Pop. Sorry, Ja, Panik.
